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„Schule in den Ferien!“ – bei diesem Satz zucken die meisten wahrscheinlich zusammen. Jedoch bekam ich die Möglichkeit fast zwei Wochen meiner Sommerferien in Papenburg an der Ems bei der Deutschen Schülerakademie zu verbringen und dort einer der tollsten Erfahrungen meines Lebens zu machen. Und nein, die Zeit dort hatte nichts mit Schule zu tun.

Jedes Jahr in den Sommerferien werden vom Talentförderzentrum des Bundes mehrere Schülerakademien mit Kursen zu unterschiedlichsten Themen organisiert, für welche die Schulen Kandidaten vorschlagen können. Glücklicherweise bekam ich eine Zusage und einen Platz bei der Schülerakademie in Papenburg im Kurs 5 „Wissenschaft in der Öffentlichkeit - Wie Wissenschaftskommunikation in der Meterorologie funktioniert?“.

Zur Vorbereitung auf den Kurs musste ich mich mit wissenschaftlichen Texten auseinandersetzen und einen kurzen Vortrag vorbereiten. Auch wenn das noch viel an Schule erinnerte, wurde im Verlauf der Akademie ganz schnell klar, dass dort alles ganz anders ablaufen würde.

Am 22. Juli begann die vom Verein „Jugendbildung in Gesellschaft und Wissenschaft“ organisierte Schülerakademie in der Historisch Ökologischen Bildungsstätte Papenburg, zu der 100 junge Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland anreisten. Der Verein, kurz JGW genannt, besteht aus lauter ehemaligen Teilnehmenden der Schülerakademien, die ehrenamtlich einige der Akademien komplett selbständig organisieren und betreuen.

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Vom ersten Moment an hatte ich das Gefühl, nur von netten und motivierten Menschen umgeben zu sein, und ich wusste, dass die Zeit dort toll und einmalig werden würde. Dies bestätigte sich auch in den kommenden Tagen.

In meinem Kurs beschäftigten wir uns einerseits anhand vieler Beispiele mit Wissenschaftskommunikation aber auch mit den physikalischen und chemischen Aspekten der Meteorologie. Wir lernten viele Naturgesetze und -konstanten kennen und entwickelten auch eigene Modelle. Auch wenn die Themen und Herleitungen teilweise sehr kompliziert waren, herrschte stets eine entspannte und lockere Atmosphäre, ganz anders als in der Schule. Es gab keinen Druck und jeder probierte (und schaffte es), auf die Lösung zu kommen.

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Am Ende erstellten wir noch eine Dokumentation, in der alle unsere Erkenntnisse aus dem Kurs festgehalten wurden. Im Zuge dessen lernten wir Aufbau und Schreibweise eines wissenschaftlichen Papers genauso wie den Umgang mit dem in der Wissenschaft weit verbreiteten Programm LaTex.

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Zwischen den Kurszeiten gab es noch genug Zeit für sogenannte Kursübergreifende Aktivitäten (KüA). Hierbei wurden verschiedenste Aktivitäten von Teilnehmenden für Teilnehmende angeboten und jeder konnte neue Sachen ausprobieren.

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Fester Bestandteil des Programms waren auch ein paar „besondere“ Abende. Dazu gehörte der Grillabend wie auch der Konzertabend, bei dem einige Teilnehmende zusammen eingeübte Stücke vorstellten. Ein Highlight war der Bunte Abend zum Abschluss der Akademie. Es wurden Reden gehalten, bei denen an die schöne Zeit zurückgedacht wurde, Gedichte und Theaterstücke vorgetragen und getanzt. Anschließend wurde gemeinsam bis spät in die Nacht gefeiert. Nach nur sehr wenig Schlaf begann der letzte gemeinsame Morgen. Wir genossen das letzte Plenum, bevor alle traurig wieder nach Hause aufbrachen.

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Während meiner Zeit bei der Schülerakademie lernte ich neben den fachlichen Aspekten viele tolle Menschen kennen und konnte neue Freunde finden. Es war schön, so viele Menschen an einem Ort zu treffen, die offen für alles und jeden sind. Die Zeit dort, alles, was ich dort erleben durfte, und vor allem die Zeit mit diesen Menschen ist einfach unvergesslich. Vielen Dank an das Lilienthal-Gymnasium und die Lehrerinnen und Lehrer, die mich für die Teilnahme an der Schülerakademie vorgeschlagen und mir dies ermöglicht haben. Vielen Dank auch an den JGW für das Möglichmachen dieser Akademie, genauso wie an die Akademieleitung und besonders meine beiden Kursleitenden. Natürlich auch vielen Dank an den ganzen Kurs 5 für die tolle, gemeinsame Zeit.

Die Begeisterung, mit der sich all die jungen Leute engagieren, um Teilnehmenden die Schülerakademie überhaupt zu ermöglichen, hat mich sehr beeindruckt. Ich wollte auch ein bisschen dazu beitragen und bin deshalb inzwischen Teil des Teams des JGW geworden.

Luis Weber
3. Semester

Jugendbildung in Gesellschaft und Wissenschaft e.V.
Deutsche Schülerakademie